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Praktisches Jahr


Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!

Das Praktische Jahr (PJ) soll, aufgeteilt in drei Tertiale, den Medizinstudierenden die Möglichkeit geben, am Ende ihres Studiums möglichst viele relevante praktische Tätigkeiten zu erlernen und sie gleichzeitig auf das Hammerexamen vorbereiten.

„…Während der Ausbildung im Praktischen Jahr (PJ) soll die Studierende/der Studierende als Vorbereitung auf eine später selbständige Tätigkeit die während des vorhergehenden Studiums erworbenen ärztlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vertiefen und erweitern. Im Mittelpunkt steht die Ausbildung am Patienten…“

„…Die/Der Studierende darf gemäß § 3 ÄAppO nicht zu Tätigkeiten herangezogen werden, die ihre/seine Ausbildung nicht fördern…“

(Richtlinien für die Durchführung des Praktischen Jahres, Anlage 2 zur Studienordnung für den Studiengang Humanmedizin an der Georg-August-Universität Göttingen)

Da diese schönen Worte nicht immer der Wirklichkeit entsprechen, gab es eine Kampagne der Basisgruppe Medizin mit dem Ziel, die Bedingungen des PJs zu verbessern und den Schwerpunkt von der (ausbeuterischen) Arbeit zurück auf die Ausbildung zu verlagern, genauso wie es die Richtlinien auch fordern.

Um genaue Forderungen aufstellen zu können und den Status quo zu erheben, hat die Basisgruppe Medizin im Jahr 2008 eine Umfrage gestaltet, die von den PJler_innen im Klinikum ausgefüllt wurde. Die Ergebnisse werden genutzt um Verbesserungspotentiale zu entdecken.


second aid - Tipps der Basisgruppe Medizin für Euch im PJ

„Am meisten hat mich gestört, daß man selber darum kämpfen muß, ausgebildet zu werden…“

(Zitat einer PJ-Studierenden aus einer anonymen Befragung Sommer 2008)

Leider ist das die bittere Realität in vielen Tertialen. Und auch wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht perfekt sind, sind sie doch nicht ganz so schlecht wie (manchmal?!) der PJ-Alltag. Hier ein paar Argumentationshilfen für die häufigsten Schwierigkeiten…

Lerntage nehmen! – Diese Regelung wurde 2014 abgeschafft!

Vielleicht der häufigste Konfliktpunkt im Stationsalltag. Offiziell haben PJ-Studierende Anspruch auf Vor- und Nachbereitungszeit von 1,5 Stunden täglich bzw. maximal einem Tag pro Woche. (§4, Abs 2, Satz 3)

Fortbildungen wahrnehmen!

Das PJ dient der Vorbereitung auf die selbständige Tätigkeit als Arzt bzw. Ärztin. Das heißt Fortbildungen und andere Gelegenheiten, bei denen Du etwas lernst, haben Vorrang vor alltäglichen Arbeiten. (§3 ÄAppO)

Nicht zuviel „arbeiten“!

Natürlich darfst und kannst Du so lange auf Station bleiben, wie Du willst und es spannend findest. Offiziell sind die Anwesenheitszeiten jedoch an den Bundesangestelltentarif gekoppelt. Das heißt von Seiten des Krankenhauses bzw. der Praxis besteht kein Anspruch, daß Du bleibst, bis alles erledigt ist oder bis die anderen auch gehen. Außerdem: Von dieser Anwesenheitszeit wird die Vor- und Nachbereitungszeit abgezogen. Und Anwesenheit bei Fortbildungen muß ganz sicher nicht auf Station nachgearbeitet werden! (§4, Abs 2)

Wer ist für meine Ausbildung zuständig?

Die Stationsärztin/der Stationsarzt und die/der die Fachabteilung betreuende Oberärztin/Oberarzt. (§4, Abs 5, Satz 2) Setzt natürlich voraus, daß auch jemand auf Station ist, den Du fragen kannst… An dieser Stelle hilft wohl wirklich nur, den Leuten hinterherzulaufen! Besonders in der Chirurgie eine echte Herausforderung.

Diese Liste ließe sich wohl noch ewig fortsetzen. Aber kein Grund, zu verzweifeln! Habt Mut, Euch zu beschweren, fordert die Rechte ein, die Ihr habt, schließt Euch mit anderen PJ-Studierenden zusammen, wählt Sprecher_innen, nervt die offiziellen Ansprechpartner_innen, schreibt Beschwerdebriefe und laßt Euch was einfallen!!!

Get connected! Sprecht uns an, gebt uns Rückmeldung und werdet selbst aktiv!


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